Wie gut hältst du das NICHTS aus? Ich behaupte, dass die meisten Menschen es nur sehr schlecht bis gar nicht aushalten. Dabei verbirgt sich genau dort der grösste Schatz, nach dem sie ständig – aber am falschen Ort – suchen.
 
Wir hören Musik, Radio, schauen TV, Youtube, schauen aufs Handy etc., um es nicht fühlen zu müssen. Wir suchen neue Erkenntnisse, lesen Bücher, besuchen Weiterbildungen, treiben Sport, suchen Genüsse, arbeiten viel, suchen Abenteuer oder neue Herausforderungen, suchen nach Erleuchtung etc. Wir füllen unserer Leben mit unzähligen Aktivitäten, um nicht zuletzt diesem Nichts – der Langweile – dieser klaffenden Leere – zu entfliehen.
 

Der Langeweile, dem Gefühl, nicht bei sich verweilen zu können, will jedoch früher oder später ins Auge gesehen werden. In vielen spirituellen Praktiken wird das auf verschiedene Weisen, z.B. durch Meditation oder Yoga geübt. Dadurch wird nichts anderes als das Aushalten des Nichts geübt.

Es kann zu Beginn anstrengend sein, länger bei sich zu verweilen. Manchmal hilft uns das Leben jedoch nach mit einem Schicksalsschlag, der uns zwingt, nach innen zu gehen. Das kann eine Krankheit, ein Unfall, ein Verlust, eine Beziehungskrise, eine Pandemie oder sonst ein einschneidendes Erlebnis sein. Wenn im Aussen nichts mehr funktioniert, sind wir viel eher bereit, loszulassen und uns nach innen zu wenden. 

 
Wenn wir uns nach innen wenden, wendet sich das Innen auch nach aussen. Die Trennung löst sich auf. Wenn wir ständig im Aussen auf der Suche sind, machen wir uns unerreichbar. Wir können die reine Präsenz, die wir wirklich sind, nicht wahrnehmen. Erst wenn wir uns öffnen und annehmen können, dass wir NICHTS sind, eröffnet sich das wahre Selbst: NICHTS und gleichzeitig ALLES. Wir selbst sind das, was wir uns im Tiefsten ersehnen. Im Nichts ist auch die Fülle und die Liebe. Es ist der Ort, wo alle Gegensätze aufgehoben werden. Mit Worten ist dies leider gar nicht möglich zu beschreiben, denn es geht über unseren Verstand hinaus.
 

Obwohl es in Wahrheit einfach ist, kann es schwierig scheinen. Das „Ich“ hat nämlich eine grosse Angst vor dem Nichts. Das Nichts bedeutet für das „Ich“ Auflösung und Tod. Freiwillig würde es kaum da hinein gehen. Wenn das Leben aber so grosse Herausforderungen bringt, dass das „Ich“ schlussendlich kapituliert, lässt es die Kontrolle los und geht durch die Angst ins Nichts.

Als ich mich ins Nichts fallen liess und bereit war, mich dem Nichts vollständig hinzugeben, wurde mir klar, dass ich bis dahin das ganze Leben lang nur davon weggerannt bin. Ich habe versucht dieses Nichts – diese gefühlte Sinnlosigkeit – mit allen möglichen Aktivitäten zu füllen und meiner Welt Sinn zu geben. Dies konnte nicht gelingen – zu meinem Glück.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, schaue meine Angebote/Events an oder melde dich zu einem kostenlosen Info-Gespräch.

 

Herzlichst

Sara

 

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