adalia botha Yh OYzUQdB8 unsplash Coaching, Mentaltraining, Aargau, Wohlen

Es gibt Verbindungen, die sich anfühlen wie Heimkehr. Tief, intensiv, wie aus einer anderen Welt. Du fühlst sofort: Da ist etwas Besonderes. Eine Vertrautheit, die nicht erklärbar ist.

Heute wissen wir: Diese Intensität entsteht oft nicht aus „Seelenverwandtschaft“, sondern aus der Passung zweier Nervensysteme, die sich gegenseitig aktivieren.

Und während du dich mehr und mehr öffnest, spürst, fühlst, liebst, zieht der andere sich zurück. Wird kalt. Vage. Unverbindlich. Du bleibst. Mit offenem Herz, aber auch mit vielen Fragen.

Die grosse Verwechslung: Du fühlst zu viel – er fühlt (noch) gar nicht

Ich dachte lange: Vielleicht fühle ich falsch. Vielleicht bin ich zu emotional. Vielleicht ist er einfach „weiter“.

Was ich damals nicht erkannte: Ich fühlte sehr klar, aber für zwei.

Denn was beim sogenannten Gefühlsklärer oft wie Klarheit oder Abgrenzung aussieht, ist in Wahrheit häufig Dissoziation. Er fühlt nicht. Dies nicht, weil er überlegen ist, sondern weil er sich abgetrennt hat von seinem inneren Schmerz. Und du, der Herzmensch, fühlst es für ihn. Trägst es. Du wirst zum emotionalen Container für das, was er nicht halten kann.

Heute sehe ich klarer: Viel fühlen bedeutet nicht automatisch, gut bei sich zu sein. Herzmenschen sind oft hoch empathisch und gleichzeitig schlecht abgegrenzt.

Was beim Gefühlsklärer innerlich geschieht

Psychologisch gesehen lebt er meist aus einem vermeidend-unsicheren Bindungsmuster. In seiner Kindheit war Nähe vielleicht beschämend, überfordernd oder bedrohlich. Daraus entsteht eine tiefe Überzeugung: „Ich darf nichts brauchen. Ich darf mich nicht zeigen.“

Wenn du dich emotional öffnest, triffst du unbewusst genau auf diese Wunde. Er spürt: Hier wird es gefährlich. Hier bin ich nicht mehr in Kontrolle. Er reagiert mit Rückzug. Nicht aus Bösartigkeit, sondern aus Überlebensinstinkt.

Und gleichzeitig ist wichtig: Ein Schutzmuster erklärt ein Verhalten. Es macht es nicht beziehungsfähig.

Für dich fühlt sich sein Rückzug trotzdem wie Liebesentzug an. Und das ist real.

Was wirklich hinter der Dynamik steckt: Spiegelung & Projektion

Du als Herzmensch bist nicht nur liebend. Du bist ein Spiegel. Du trägst – unbewusst – seine verdrängte Wut, Scham, Trauer. Du fühlst, was er nicht fühlen will. Und hältst es für deine Wahrheit.

Das nennt man projektive Identifikation: eine psychodynamische Verstrickung, in der einer den Schatten des anderen übernimmt, in der Hoffnung, dadurch Nähe zu gewinnen.

Heute gehört die ganze Wahrheit dazu: Auch der Herzmensch projiziert. Retterfantasien. Bedeutung. Hoffnung auf Wandlung. Und manchmal die Sehnsucht nach dem Elternteil, der endlich bleibt.

Der Moment der Trennung: energetisch, emotional, real

Der wahre Wendepunkt kommt, wenn du sagst: „Ich trage das nicht mehr für dich. Ich gebe dir deine Energie, deine Wunde, deine Geschichte zurück.“ Du ziehst deine Projektionen ab. Du gibst sein inneres Kind, seine Angst, seine Verantwortung ihm zurück.

Aus Sicht der Polyvagal-Theorie und der Bindungspsychologie: Du unterbrichst das alte Co-Regulationssystem. Der andere spürt plötzlich: Da ist niemand mehr, der mich hält, ohne dass ich mich zeigen muss.

Wichtig aus heutiger Sicht: Das ist kein Akt gegen ihn, sondern ein Akt für dich.

Der Herzmensch nach der Trennung: Ego-Tod und Wiedergeburt

Oft ist es der Gefühlsklärer, der geht. Der scheinbar eiskalt abbricht. Und du, der Herzmensch, bleibst zurück. Mit Fragen. Mit Hoffnung. Mit einem Nervensystem im Ausnahmezustand. Was danach folgt, ist kein normaler Trennungsschmerz. Es ist ein innerer Zusammenbruch. Ein Ego-Tod. Die Illusion stirbt, dass du ihn retten kannst. Dass Liebe genügt. Dass Tiefe immer verbindet.

Und gleichzeitig stirbt auch etwas in dir, das längst gehen wollte: Die Rolle der Retterin. Die Sehnsucht nach Verschmelzung. Die Hoffnung, dass der andere dich endlich sieht. Es ist ein Schmerz, den nur jemand kennt, der wirklich gefühlt hat. Aber auch ein Erwachen, das nur jenen möglich ist, die bereit sind, alle Schichten der Abhängigkeit zu durchdringen.

Was dann geschieht: Das wahre Selbst erhebt sich

Wenn du durch diesen Schmerz gehst, ohne dich zu betäuben oder erneut zu projizieren, geschieht etwas Unerwartetes:

– Du wirst klarer
– Du wirst körperlich präsenter
– Deine Kreativität, Intuition, berufliche Vision – sie kommen zurück

Nicht aus Drama, sondern aus Selbstanbindung.

Viele Herzmenschen berichten, dass sie nach dieser Heilung beruflich neu aufblühen, authentisch, magnetisch, mutig. Weil sie nicht mehr wirken, um geliebt zu werden, sondern weil sie aufhören, Liebe beweisen zu müssen. Dieses alte Muster aus der Kindheit wurde aufgelöst und sie können endlich ihre Wahrheit und ihre Liebe teilen.

Und der Gefühlsklärer? Was passiert in ihm?

Gefühlsklärer sind oft erfolgreich, kontrolliert, sachlich, besonders im Beruf. Sie kompensieren ihre emotionale Abgespaltenheit durch Leistung, Macht, Struktur. Doch wenn der Herzmensch die Projektion zurückzieht, bricht das innere Gleichgewicht: Keine stille Versorgung mehr. Keine seelische Entlastung. Kein emotionales Backup aus dem unsichtbaren Feld.

Psychologisch nennt man das eine Regulationskrise. Das System kollabiert, weil es keine innere Stabilität hat, nur kompensierende Strukturen.

Beruflich kann das bedeuten:
– Verlust von Antrieb oder Klarheit
– Beziehungsprobleme wirken auf das Berufliche
– Burnout, Orientierungslosigkeit, Isolation
– Plötzlicher Verlust von Erfolg oder Autorität, weil das Fundament brüchig war

Nur wenn der Gefühlsklärer beginnt, echte Innenschau zu betreiben, kann daraus eine reifere Form von Erfolg entstehen, nicht mehr aus Kontrolle, sondern aus Integrität. Aber das passiert nur, wenn er wirklich hinsieht. Nicht jeder ist dazu bereit.

Doch wichtig aus heutiger Sicht: Nicht jeder Gefühlsklärer kollabiert. Manche stabilisieren sich neu – emotional getrennt. Sein Weg ist nicht dein Spiegel.

Ob er reift oder nicht, sagt nichts über deine Entwicklung.

Mein Fazit – aus Erfahrung und Begleitung

Ich war der Herzmensch. Ich dachte, ich liebe besonders tief. Heute weiss ich: Ich habe besonders viel getragen und mich dabei selbst verlassen. 

Du bist nicht reif, weil du bleibst. Du bist reif, wenn du gehen kannst, ohne dich zu verhärten.

Liebe zeigt sich nicht in Intensität. Nicht in Bedeutung. Nicht im inneren Prozess. Liebe zeigt sich in Präsenz, Verantwortung und Verlässlichkeit.

Einladung

Wenn du erkennst, dass es kein Zurück mehr gibt in alte Hoffnungen und Rollen, sondern nur noch den Weg zu dir selbst, dann bist du hier richtig.

In meinen Coachings begleite ich Menschen, die viel fühlen, denken und tragen, oft für andere. Ich unterstütze dich dabei, deine Anteile zurückzuholen, deinen Körper wieder zu bewohnen und dein wahres Selbst nicht nur zu erkennen, sondern zu leben.

Melde dich zu einem kostenlosen Info-Gespräch.

Herzlich

Sara

 

 

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