Die Kinder der sechziger und siebziger Jahre und davor, hatten es oft schwer, einfach Kind zu sein. Sie hatten sich anzupassen und sich an die oftmals strengen Regeln der Erwachsenen zu halten. Die Eltern fühlten sich damals viel stärker als heute verpflichtet, ihre Kinder zu „erziehen“ und ihnen Manieren beizubringen, da auch ihr Ansehen stark davon abhing.

Viele Kinder litten, da sie sich emotional nicht ausleben durften

Die Eltern durften dies natürlich in ihrer Kindheit selbst nicht und wenn ein Kind lebhaft war, löste das in den Eltern ein ungutes Gefühl aus und das Kind musste «erzogen» werden. Ein Kind wurde selten angenommen, so wie es war. Wenn das Kind sich unwohl fühlte, durfte es sich oft nicht äussern. Da hiess es bald: „Sei nicht so! Reiss dich zusammen! Weine nicht!“ Gefühle wurden aberzogen – wenn nicht zu Hause, dann spätestens in der Schule.

Wenn die Gefühle jedoch aberzogen werden, wird auch die innere Stimme abgestellt. Wie sollen wir dann unseren individuellen Weg spüren können? Hier beginnt die Orientierungslosigkeit. Und da wir nicht so sein durften, wie wir waren, begann ein Streben nach einem Bild von uns, wie wir sein „sollten“. Es wird eine Fassade aufgebaut, doch unter der Fassade brodelt stets das innere Kind.

Die Unterdrückung des inneren Kindes hemmt die Selbstfindung und den authentischen Selbstausdruck. Es führt zu Psychosomatosen, die sich in Form von durchaus schweren bis sehr schweren Krankheiten zeigen können. Körperliche und emotionale Beschwerden sind gekoppelt an das nicht wahrgenommene innere Kind.

Unsere Prägungen begannen bereits im Mutterleib

Die Gefühlslage der Mutter während der Schwangerschaft (Stress, alleinerziehend, etc.) geht massgeblich auf das Kind über. Auch die Geburt ist prägend und die vorsprachliche Zeit. Mit 6 Jahren ist der grösste Teil der Prägungsphase abgeschlossen. Aufgrund von emotionalen Defiziten und Traumen in dieser Prägungszeit, bleiben viele Menschen in dieser Zeit stecken. So gibt es sehr viele Menschen, die emotional erst 3 bis 4 Jahre alt sind. Erwachsene Leute mit hoch brillantem Verstand, von Aussen gesehen auch oft absolut erfolgreich, aber emotional ein Kleinkind geblieben.

Es geht also darum, sich selbst zu erlösen und wieder in seine volle Kraft und Stärke zu kommen, die sich im inneren Kind verbergen. Und damit erlösen wir auch unsere Welt – denn das sind wir, da ist nichts getrennt.

Was kann ich tun, um mit meinem inneren Kind in Kontakt zu kommen?

Wenn wir im Alltag überraschend starke Gefühle haben, Gefühle, die uns stark triggern, dann können wir davon ausgehen, dass dies eine Botschaft unseres inneren Kindes ist, das schon seit vielen Jahren verletzt in uns sitzt und durch den Trigger im Aussen in uns explodiert und schwere Gefühle hochbringt. Wenn wir uns das bewusst machen, können wir mit dem inneren Kind, das diese schweren Gefühle hat, in Dialog treten. Als Erwachsener können wir schauen, was denn das innere Kind braucht und wir können dem Kind zuhören. Das Kind kann sich zum Ausdruck bringen und aussprechen, was ihm auf dem Herzen liegt, vielleicht zum ersten Mal.

Durch innere Kindarbeit ist umfassende Heilung möglich. Krankheiten sind Psychosomatosen. Selbst die klassische Medizin bestätigt, dass 80% der Krankheiten Psychosomatosen sind. Alles hat eine seelische, emotionale Komponente. Eine Heilung im Gefühlsleben hat eine starke Auswirkung auf den körperlichen Bereich. Anspannungen lösen sich und die Energie kann wieder fliessen. Mentale Probleme wie Schüchternheit, Lampenfieber, Prüfungsangst etc. lösen sich durch innere Kindarbeit.

So kann das eigene Potenzial genutzt werden und ausgebaut werden. Wir können durch den Kontakt zu unserem inneren Kind, unsere Seele wieder mehr spüren und können herausfinden, für was wir eigentlich auf diese Welt gekommen sind. Wir können dem eigenen Seelenplan folgen und so auch Erfüllung leben.

Es gibt im Leben 3 Phasen, wo das Kind versucht durchzudringen

Trotzalter mit 2 Jahren: Das Kind versucht sich auszudrücken – und kriegt auf den Deckel.

Pubertät mit 13-15 Jahren: Das Kind kriegt auf den Deckel in der Schule und in der Familie. Danach ist der Prozess für ziemlich lange Zeit abgeschlossen.

Midlife Crisis: Diese Phase ist ein natürliches Ermüden des Erwachsensein und des Erwachsentuns. Das innere Kind will/muss herauskommen und sich verwirklichen. Viele Menschen starten in dieser Phase neu durch. Wenn das innere Kind in dieser Phase nochmals unterdrückt wird, findet danach keine Entwicklung mehr statt und es geht meistens steil bergab bis zum Tod.

Ganz am Ende des Lebens kann das innere Kind nochmals hervorkommen in Form einer Demenz, aber da findet keine Entwicklung mehr statt. Eine Aufarbeitung ist da kaum mehr möglich.

In der Midlife-Krise trifft man unvernünftige Entscheidungen

Eine plötzliche Trennung, die Kündigung, ein neuer Kleidungsstil oder ganz andere Interessen… Die Veränderungen in der Midlife-Krise können manchmal ziemlich extrem ausfallen. Unvernünftig sind sie jedoch noch lange nicht: Manchmal schaffen es Menschen gerade durch die Krise, ungesunde Umstände endlich zu ändern. Und: Wer rechtzeitig reagiert und nach Lösungen sucht, braucht oftmals keine extremen Veränderungen, wie zum Beispiel schwere Depression, Burnout oder eine schwere Krankheit.

Eine Midlife-Krise kann das Signal und die einzigartige Chance sein, sich ein erfülltes Leben zu schenken

In dieser Phase des Umbruchs kann alles realisiert werden, was man schon immer wollte. Festgefahrenes kann gelöst werden, Unerfülltes kann angegangen werden.

Inzwischen ist genug Lebenserfahrung da, um einen ganz eigenen Weg zu gehen, sich aus Fremdanpassungen zu lösen und sich stattdessen an seine eigenen wahren Bedürfnisse anzupassen: Selbstverwirklichung. Selbstbestimmt leben, nach eigenen Werten, Wünschen und Zielen.

Eine Midlife-Krise ist daher auch hilfreich für den eigenen Individuationsprozess (C.G. Jung), in dem der Mensch immer mehr zu dem werden kann, was er „wirklich“ ist. Dieser Prozess beinhaltet die Entfaltung der eigenen Fähigkeiten, Kapazitäten und Möglichkeiten. Ziel ist die schrittweise Bewusstwerdung, um sich als etwas Einzigartiges zu erkennen und zu verwirklichen.

So kann die sogenannte Midlife-Krise zu einer grossartigen Lebenschance für diejenigen werden, die sich bisher nicht regelmässig oder nicht intensiv und ehrlich mit sich selbst befasst haben oder dem Angst- und Sicherheitsdenken gefolgt sind.

Diese „Krise“ in der Mitte des Lebens ist letztendlich eine Voraussetzung und ein Anstoss, um Zufriedenheit, Erfüllung, Glück, Erfolg, Zufriedenheit, Bedeutung, Selbstvertrauen, Freiheit und Unabhängigkeit zu erlangen und die Verwirklichung von Träumen, Visionen und verschobenen Zielen in Angriff nehmen zu können.

Wenn du dein inneres Kind wieder einlädst, mit dir zusammen zu sein, dann hast du dein Potenzial wieder

Es gibt Menschen, die so tun, als hätten sie keine Gefühle. Dem ist aber nicht so. Um kein Gefühl zu haben, muss irgendwo so viel Gefühl sein, dass die Angst zu gross ist vor diesem Gefühl. Da ist die Angst, das Gefühl nicht ertragen zu können. Angst ist immer an vorderster Stelle. Hinter der Angst liegen immer Trauer und Schmerz. Die Angst ist so laut, dass die Trauer nicht wahrgenommen werden kann. Die Angst kann ausagiert werden und dann lässt der Druck nach. Man bemüht sich dann, immer stark zu sein, immer gut zu sein und nie Probleme zu haben, weil da die Angst ist, abgelehnt zu werden, wenn diese Gefühle des inneren Kindes zugelassen werden würden. Man kommt nicht vom Fleck.

Vielleicht weint das innere Kind seit 40 oder 50 Jahren in dir

Und es ist Zeit, dass du dich ihm wieder zuwendest. Denn es hat ein riesiges Potenzial. Genau dieses Potenzial, das wir als Erwachsene vermissen, wo wir dann behaupten, dass es an zu wenig Geld, zu wenig Kontakten, Talenten, Zeit, Möglichkeiten, etc. liegt, dass wir es nicht verwirklichen können. Das entspricht nicht der Wahrheit. Wenn du dein inneres Kind wieder einlädst mit dir zusammen zu sein, dann hast du dein Potenzial wieder.

Menschen, bei welchen das Gefühl, nicht gut genug zu sein, ausgeprägt ist, sind am stärksten im Verstand und am stärksten abgetrennt vom Gefühl. Sie sind zutiefst verletzt. Dieser Mensch hat jedoch mit den Jahren im Verstand ein beträchtliches Potenzial entwickelt. Wenn jetzt das Herz dazu noch frei wird, hat dieser Mensch ein sehr grosses Potenzial.

Wenn Herz und Verstand miteinander verbunden sind, kann das Göttliche im Menschen erwachen.

Im Coaching wird der Kontakt mit dem inneren Kind aufgenommen, Blockaden, Ängste, sich selbst behindernde Gedanken- und Verhaltensmuster können aufgelöst, tiefste Bedürfnisse erforscht und Strategien entwickelt werden, um seine ganze Einzigartigkeit entwickeln und leben zu können.

Mache deine Midlife-Crisis zu einem Wendepunkt für ein selbstbestimmtes Leben, auf das du im Alter mit Freude, Stolz und Dankbarkeit zurückblicken kannst.

Herzlich

Sara

 

 

 

 

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