2f934700 6328 47ad 8d34 671cafa7181b Coaching, Mentaltraining, Aargau, Wohlen

Es gibt Erfahrungen, die dich nicht einfach verletzen. Sie können dich an einen Punkt bringen, an dem du nicht mehr weisst, wie du weiterleben sollst.

Nach dem Ende meiner letzten Beziehung war ich an diesem Punkt. Ich konnte nicht nur schlecht schlafen. Ich konnte kaum noch schlafen. Über Monate war mein Körper in permanenter Alarmbereitschaft. Zeitweise konnte ich kaum essen. Ich konnte nicht arbeiten. Ich konnte kaum einen Satz lesen und seinen Inhalt aufnehmen.

Mein Denken funktionierte nicht mehr wie vorher. Mein Körper funktionierte nicht mehr wie vorher. Mein gesamtes System war nur noch damit beschäftigt, irgendwie durch den nächsten Tag und die nächste Nacht zu kommen.

Ich war komplett im Überlebensmodus. Im ersten Jahr dachte ich zeitweise, ich überlebe das nicht.

Heute kann ich darüber schreiben. Ich kann sehen, was ich daraus gelernt habe und wie sehr mich diese Erfahrung verändert hat. Aber ich möchte nichts davon romantisieren.

Ich sage nicht: «Das musste passieren.» Nein. Es hätte anders kommen dürfen. Und es hätte auch anders ausgehen können.

Heute glaube ich trotzdem zutiefst daran, dass das Leben für uns ist. Nicht, weil alles, was uns widerfährt, gut oder notwendig ist, sondern weil selbst das, was uns beinahe zerstört, nicht das letzte Wort über unser Leben haben muss.

Irgendwann können wir entscheiden: Ich gehe weiter. Ich hole mich zurück.

Das Verstörendste war: Ich hatte wirklich geliebt

Vielleicht war genau das so schwer zu begreifen. Ich hatte diesen Menschen aus tiefstem Herzen geliebt. Ich hatte mich geöffnet, vertraut und sehr viel gegeben. Und trotzdem erlebte ich eine Beziehung, in der Nähe und Distanz immer wieder wechselten und in der ich mich zunehmend selbst verlor.

Besonders schwer war für mich die fehlende Empathie. Wenn ich verletzt war und weinte, erlebte ich nicht das, was für mich heute selbstverständlich zu einer liebevollen Beziehung gehört: Mitgefühl. Kein wirkliches: Ich sehe, dass du leidest. Kein: Es tut mir leid, dass ich dich verletzt habe. 

Meine Gefühle wurden oft als Angriff erlebt. Und irgendwann begann ich, mich selbst zu hinterfragen. Bin ich zu emotional? Bin ich zu anspruchsvoll? Will ich zu viel Nähe? Bin ich falsch?

Nach der Trennung versuchte ich lange zu verstehen, wie ein Mensch, dem ich so zugewandt gewesen war, mich auf diese Weise behandeln und schliesslich gehen konnte, ohne wirklich gemeinsam aufzuarbeiten, was zwischen uns geschehen war.

Ich suchte die Antworten bei ihm. Irgendwann verstand ich: Vielleicht werde ich diese Antworten niemals von ihm bekommen.

Und damit begann eine entscheidende Bewegung. Weg von ihm. Zurück zu mir.

Ich musste aufhören, meine Empathie gegen mich selbst zu verwenden

Ich konnte sehr gut verstehen. Ich konnte Verletzungen hinter dem Verhalten eines Menschen sehen. Ich konnte erklären, entschuldigen, hoffen und immer wieder das Gute suchen.

Empathie war eine meiner grossen Stärken, aber irgendwann musste ich etwas lernen, das für mich viel schwieriger war: Empathie für einen anderen Menschen darf nicht bedeuten, mich selbst zu verlassen.

Ich kann verstehen, warum jemand so geworden ist, wie er ist – und trotzdem sagen: So darfst du mit mir nicht umgehen. Ich kann die Verletzungen eines Menschen sehen und trotzdem meine eigenen ernst nehmen. Ich kann lieben und gehen. Ich kann Mitgefühl haben und eine Grenze setzen.

Das war für mich ein fundamentaler Wandel. Denn Grenzen bedeuten nicht, dass wir weniger lieben. Manchmal sind Grenzen genau der Moment, in dem wir beginnen, auch uns selbst zu lieben.

Nach der Trennung kam nicht nur die Trauer um diese Beziehung

Als die Beziehung vorbei war, öffnete sich in mir etwas, dessen Ausmass ich zunächst überhaupt nicht verstand und auch überhaupt nicht erwartete. Da war natürlich die Trauer um diesen Menschen, aber darunter lag viel mehr: Eine massive Verlustangst, Ohnmacht, Einsamkeit, Panik und eine tiefe Trauer, die viel älter war als diese Beziehung. Und irgendwann eine Wut, deren Intensität mich selbst erschreckte.

Heute würde ich sagen: Es ging längst nicht mehr nur um diese Beziehung. Diese Erfahrung hatte eine Tür zu etwas viel Tieferem geöffnet.

Mein Weg zurück war intensiv

Ich habe diesen Weg nicht allein geschafft. Ich holte mir sehr viel Unterstützung. Traumatherapie, Coaching, Körperarbeit, innere-Kind-Arbeit und andere Formen der Begleitung wurden Teil meines Weges. Zeitweise hatte ich mehrere Sitzungen innerhalb einer Woche. Auch meine Freundschaften waren unglaublich wichtig.

Heute glaube ich nicht mehr daran, dass Stärke bedeutet, die schwersten Erfahrungen unseres Lebens allein bewältigen zu müssen. Gerade bei Bindungsverletzungen brauchen wir auch neue, sichere Beziehungserfahrungen. Damit meine ich zunächst keine neue Partnerbeziehung, sondern Freundschaften und andere verlässliche Beziehungen, in denen wir uns zeigen und sicher fühlen können.

Vieles, was in Beziehung verletzt wurde, kann auch in Beziehung wieder heilen. Manchmal besteht Stärke gerade darin, sich helfen und halten zu lassen.

Ich musste durch das hindurch, was vor mir keinen Raum hatte

Auf diesem Weg begann ich zu verstehen, dass Heilung für mich nicht bedeutete, irgendwann nichts Schwieriges mehr zu fühlen. Im Gegenteil. Ich musste genau durch das hindurch, wovor mein ganzes System eigentlich fliehen wollte.

Und das waren nicht einfach ein bisschen Trauer, Angst oder Wut. Ich musste durch die tiefsten Ängste meines Lebens. Durch Verlustangst, Ohnmacht, Verzweiflung und eine existentielle Angst, die sich über längere Zeiträume kaum aushalten liess.

Mit der Zeit spürte ich immer deutlicher: Das alles gehörte für mich nicht nur zu meiner eigenen Geschichte. Es fühlte sich an, als würde ich auch Gefühle berühren, die schon viel länger in meiner Familie vorhanden waren. Ängste, Trauer und Erfahrungen, für die auch die Generationen vor mir keine Möglichkeit gehabt hatten, sie wirklich zu fühlen, zu halten und zu integrieren.

Ich erlebte meinen Prozess deshalb irgendwann nicht mehr nur als persönliche Heilung. Es fühlte sich an, als würde etwas durch mich hindurchgehen dürfen, das in meiner Ahnenlinie lange keinen Raum bekommen hatte.

Das war zeitweise unglaublich intensiv. Denn ich musste nicht nur verstehen, woher meine Gefühle kamen. Ich musste lernen, in meinem Körper bei ihnen zu bleiben. Ich musste erfahren, dass Angst mich durchströmen kann, ohne dass ich daran zerbreche. Dass tiefe Trauer da sein kann, ohne mich für immer zu verschlingen. Dass Ohnmacht gefühlt werden kann und daraus irgendwann wieder Bewegung entsteht.

Auch meine Wut musste ihren Platz bekommen. Genauso wie Hass, tiefe Trauer, Angst und Verletzlichkeit, all die Gefühle, die wir so schnell als «negativ» bezeichnen und deshalb am liebsten nicht fühlen möchten.

Und genau hier geschah für mich noch etwas Entscheidendes: Mit diesen abgespaltenen Gefühlen begann ich auch meinen Animus, meine innere männliche Seite, immer stärker zu integrieren.

In der jungianischen Psychologie stehen Anima und Animus für innere weibliche und männliche Seelenanteile. Für mich bedeutete die Integration meines Animus, dass Klarheit, Abgrenzung, Entschiedenheit, Schutz und Handlungskraft immer mehr in mir selbst einen Platz bekamen.

Gerade meine Wut spielte dabei eine wichtige Rolle. Sie brachte mir einen Teil meiner Lebenskraft zurück. Sie zeigte mir, wo meine Grenzen überschritten worden waren, und gab mir die Kraft, Nein zu sagen, mich zu schützen und für mich einzustehen.

Gleichzeitig durfte auch meine weibliche Seite vollständiger da sein: meine Verletzlichkeit, meine Hingabe, meine Sinnlichkeit, meine Intuition und meine Fähigkeit, tief zu fühlen. Ich musste diese vermeintlichen Gegensätze nicht mehr voneinander trennen. Stärke und Verletzlichkeit, Klarheit und Hingabe, Wut und Liebe durften gleichzeitig in mir existieren.

Und damit veränderte sich auch etwas Grundlegendes in meinen Beziehungen: Was ich in mir selbst integrierte, musste ich nicht länger im Aussen suchen. Ich brauchte keinen Mann mehr, der meine Stärke, Klarheit oder Sicherheit für mich verkörperte.

Mit der Zeit geschah etwas, das ich vorher nicht verstanden hätte: Je mehr ich bereit war, durch diese tiefen Gefühle hindurchzugehen und sie in meinem Körper zu halten, desto mehr von mir selbst kam zurück.

Ich wusste, dass ich dabei abgespaltene Anteile von mir integrierte. Mein Weg bestand darin, ihnen wieder Raum zu geben, sie zu fühlen und zu mir zurückzunehmen, anstatt sie erneut abzuspalten oder unbewusst weiterzutragen.

Dadurch kam immer mehr von mir zurück. Meine Seele konnte wieder vollständiger in meinem Körper ankommen.

Genau das bedeutet Ganzwerden für mich heute: nicht schwierige Gefühle loszuwerden, sondern das, was einmal keinen Raum hatte, wieder zu integrieren. Das Weibliche und das Männliche, die Liebe und die Wut, die Kraft und die Verletzlichkeit dürfen wieder Teil eines Ganzen sein.

Und vielleicht liegt darin eine der tiefsten Formen von Heilung: dass das, was in uns und vielleicht schon über Generationen keinen Raum hatte, endlich gefühlt, integriert und nicht mehr unbewusst weitergetragen werden muss.

Ich musste mich selbst wiederfinden

Mit der Integration dieser abgespaltenen Anteile veränderte sich meine Beziehung zu mir selbst. Ich fand nicht einfach zurück zu der Frau, die ich vor dieser Beziehung gewesen war. Ich lernte mich auf eine Weise kennen, wie ich mich vorher nicht gekannt hatte.

Ich fand meine Kraft wieder, meine Stimme, meine Grenzen und meine Bedürfnisse. Aber auch meine Verletzlichkeit, meine Sinnlichkeit, meine Lebensfreude und meine Fähigkeit, mich wirklich tief einzulassen.

Vor allem lernte ich, mich nicht mehr selbst zu verlassen, um die Beziehung zu einem anderen Menschen aufrechtzuerhalten. Die Beziehung zu mir selbst wurde zu meinem inneren Fundament.

Und genau dadurch konnte ich mich wieder für Liebe öffnen.

Und dann kam eine andere Liebe

Heute bin ich wieder in einer Beziehung. Und gerade dadurch erfahre ich noch einmal auf einer ganz anderen Ebene, wie sehr sich Beziehung verändert, wenn ich mich selbst darin nicht mehr verlassen muss.

Der grösste Unterschied ist für mich nicht, dass alles perfekt wäre. Der Unterschied ist emotionale Verfügbarkeit. Mein Partner ist da. Wir können miteinander sprechen. Gefühle dürfen ausgesprochen werden. Nähe muss nicht durch Rückzug erzeugt werden und ich muss nicht darum kämpfen, gesehen oder gehört zu werden.

Wir wollen ähnlich viel Nähe, Berührung, Sexualität, Austausch und gemeinsame Zeit. Ich muss nicht ständig rätseln, was er empfindet oder ob meine Bedürfnisse zu viel sind.

Vor allem erlebe ich etwas, das nach meiner Vergangenheit eine vollkommen neue Bedeutung bekommen hat: Ich darf ich sein und gleichzeitig in Beziehung bleiben.

Mein Herz musste erst lernen, dass Sicherheit wirklich möglich ist

Es gab einen Moment in dieser neuen Beziehung, den ich nicht vergessen werde. Ich spürte, wie weit sich mein Herz geöffnet hatte. Und plötzlich kam Angst: Was, wenn das wieder zu viel ist? Was, wenn meine Tiefe zu intensiv wird? Was, wenn ich mich wieder zurücknehmen muss, damit die Beziehung bestehen bleibt?

Früher hätte ich vielleicht versucht, mich kleiner zu machen. Dieses Mal tat ich etwas anderes. Ich sprach es aus und ich erlebte: Meine Offenheit war willkommen. Ich musste mein Herz nicht wieder schliessen. Ich durfte bleiben, wie ich war. Und er blieb ebenfalls.

Für jemanden, dessen Nervensystem Nähe irgendwann mit Gefahr verbunden hatte, ist eine solche Erfahrung schwer in Worte zu fassen. Es ist nicht spektakulär. Es ist etwas viel Wertvolleres: Es ist sicher.

Heute weiss ich, worauf es im Leben wirklich ankommt

Vielleicht hat diese ganze Erfahrung auch meinen Blick auf Menschen verändert. Wir lassen uns so leicht beeindrucken. Von Status, Geld, Erfolg, Charisma oder einem besonderen Auftreten.

Aber all das sagt noch nichts darüber aus, wie ein Mensch liebt.

Wie begegnet er dir, wenn es schwierig wird? Kann er dich wirklich sehen? Kann er mitfühlen? Kann er Verantwortung übernehmen, wenn er dich verletzt hat? Kann er präsent bleiben, wenn unangenehme Gefühle auftauchen? Kann er Nähe zulassen und sorgsam mit dem Herzen eines anderen Menschen umgehen?

Genau darin zeigt sich für mich heute, was einen Menschen wirklich ausmacht. Ich habe erlebt, wie schmerzhaft es ist, wenn Empathie und emotionale Präsenz fehlen. Und vielleicht erkenne ich gerade deshalb heute umso deutlicher ihren Wert.

Am Ende geht es um Liebe, Mitgefühl, Empathie und Präsenz. Nicht darum, was wir besitzen, welchen Status wir haben oder wie beeindruckend wir nach aussen wirken, sondern darum, wie wir lieben und wie menschlich wir miteinander umgehen.

Ich brauche heute nicht mehr, dass er versteht

Natürlich gibt es manchmal noch Trauer und manchmal auch Wut. Es gibt Momente, in denen ich mich frage: Wie konnte ein Mensch so mit jemandem umgehen, der ihm so zugewandt war?

Früher wollte ich unbedingt, dass mein ehemaliger Partner irgendwann versteht, was passiert ist. Dass er erkennt, was sein Verhalten ausgelöst hat und vielleicht eines Tages sieht, was ich ihm gegeben hatte.

Heute brauche ich das nicht mehr. Vielleicht versteht er es irgendwann. Vielleicht nie.

Meine Heilung braucht seine Erkenntnis nicht mehr. Ich möchte keinen Kontakt und auch das ist heute Frieden für mich. Nicht alles versöhnen zu müssen. Nicht alles schönreden zu müssen, sondern etwas abgeschlossen sein lassen zu können.

Das Leben ist für mich

Heute kann ich auf diese zwei Jahre zurückblicken und sehen, wie viel sich verändert hat. Ich werde trotzdem niemals sagen: Es war gut, dass mir das passiert ist. Es hätte anders kommen dürfen.

Aber ich weiss heute: Das Leben war nicht zu Ende, als ich dachte, ich könnte nicht mehr. Selbst aus einer Erfahrung, die ich niemals gewählt hätte, konnte ein Weg zurück zu mir entstehen.

Wenn du gerade noch mittendrin bist

Vielleicht bist du gerade an einem Punkt, an dem du glaubst, dass du da nie wieder herauskommst. Vielleicht verstehst du selbst nicht mehr, warum du diesen Menschen noch vermisst. Vielleicht bist du voller Wut oder Verzweiflung. Vielleicht schläfst du kaum noch oder hast das Gefühl, dich selbst verloren zu haben.

Dann möchte ich dir nicht sagen, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert. Und ich möchte dir auch nicht versprechen, dass dieser Weg leicht ist.

Aber ich möchte dir sagen: Es gibt einen Weg zurück zu dir.

Dieser Weg führt irgendwann nicht mehr über die Frage, warum der andere so gehandelt hat. Er führt zu deinem eigenen Körper, zu deinen Gefühlen, zu deinen Grenzen, zu deiner Geschichte und zu den Anteilen von dir, die vielleicht schon lange darauf warten, wieder zu dir zurückzukehren.

Ich bin heute nicht wieder die Frau, die ich vor dieser Beziehung war. Und ich möchte es auch nicht sein. Ich bin mehr ich geworden. Ich kann tiefer fühlen, klarer Nein sagen und mich einem Menschen wieder öffnen, ohne mich selbst dafür aufzugeben.

Heute weiss ich: Die wichtigste Beziehung meines Lebens ist die Beziehung zu mir selbst. Jede andere Beziehung darf mein Leben bereichern, aber keine darf mich noch einmal mich selbst kosten.

Seit über 16 Jahren begleite ich Menschen auf ihrem Weg zurück zu sich selbst. Genau daraus ist auch meine Begleitung «Die Beziehung zu dir» entstanden.

Wenn du dich in meiner Geschichte wiedererkennst und spürst, dass du dich nicht länger in Beziehungen verlieren möchtest, sondern wieder ganz bei dir ankommen willst, dann melde dich gerne für ein kostenloses Gespräch bei mir. Gemeinsam schauen wir, wo du gerade stehst und ob meine Begleitung für dich der richtige nächste Schritt ist.

Die Beziehung zu dir ist der Beginn von allem❤️

Herzlich
Sara

 

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