Alle Probleme auf körperlicher, emotionaler und geistiger Ebene gehen nach Meinung von Lise Bourbeau auf fünf Seelenwunden zurück. Dazu gibt es fünf dazugehörige Masken, die wir tragen, um sie zu verstecken.

Wunde der Ablehnung – Maske der Flucht
Wunde des Verlassenwerdens – Maske der Abhängigkeit
Wunde des Vertrauensbruchs – Maske der Kontrolle
Wunde der Demütigung – Maske der Unterwürfigkeit
Wunde der Ungerechtigkeit – Maske der Starrheit

Die Stärke der Maske hängt von der Tiefe der jeweiligen Wunde ab. Meistens leiden wir unter zwei Hauptwunden und weiteren Nebenwunden, die in verschiedenen Situationen unseres Lebens aktiviert werden. Wir haben alle dasselbe Lebensziel: so lange Erfahrungen zu machen, bis wir sie wirklich akzeptieren und gelernt haben, uns selbst zu lieben.

Die Seelenwunden entstehen in den ersten fünf Lebensjahren in vier Etappen: In der ersten Etappe nach der Geburt sind wir noch wir selbst: Göttliche Wesen, die sich selbst erfahren wollen. In der zweiten Etappe leiden wir an der Erkenntnis, dass wir nicht so sein können, wie wir sind, da die Welt der Erwachsenen um uns herum dies nicht akzeptiert. In der dritten Etappe lehnen wir uns gegen die Eltern auf und werden wütend (Trotzphase). In der vierten Etappe schliesslich resignieren wir und entschliessen uns dazu, eine Maske zu tragen, um die Liebe der Eltern nicht zu verlieren und um den Schmerz nicht mehr zu spüren, der dadurch verursacht wird, nicht mehr wir selbst sein zu dürfen. Das «Ego» hat uns somit übernommen und wir haben den Kontakt zu unserem «wahren Ich» verloren.

Diese Seelenwunden sind so prägend, dass sie unser ganzes Leben stark beeinflussen. Alle wichtigen Entscheidungen, die wir im Leben treffen, von der Partnerwahl bis zur beruflichen Laufbahn, basieren auf der Vermeidung dieses tiefsten Schmerzes unserer Seelenwunden. Anstatt den Schmerz aufzulösen, wird meist versucht, ihn zu übertünchen, sich abzulenken oder so zu tun, als wäre er nicht da. Viele Menschen haben so tiefe Wunden, dass sie intensiv begleitet werden müssen, um über diesen Schmerz hinwegkommen zu können. Es können Ereignisse sein im Leben, die sich so gravierend anfühlten, dass das Unterbewusstsein sie niemals freiwillig wieder hervorholen würde. Es ist jedoch nicht notwendig, dass man das nochmals durchlebt.

Hier werden die 5 Seelenwunden mit ihren jeweiligen Masken erklärt:

Die Seelenwunde der Ablehnung
Mögliche Gründe für die Ablehnung: Ich bin ein unerwünschtes Kind oder habe nicht das gewünschte Geschlecht. Bei der Wunde der Ablehnung hat der Betroffene das Gefühl, in Frage gestellt zu werden, das Gefühl, nicht existieren zu dürfen und hält sich für wertlos. Deshalb wird er mit allen Mitteln versuchen, perfekt zu sein, um in seinen und den Augen der anderen an Wert zu gewinnen. Die Liebe des gleichgeschlechtlichen Elternteils ist ihm wichtig. Jede Bemerkung dieses Elternteils wird sehr wichtig genommen, und bei der kleinsten Unstimmigkeit fühlt er sich weggestossen. Ausserdem tut er sich schwer, seine eigene Meinung zu äussern, da er fürchtet, abgelehnt zu werden. Er vertraut sich oft mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil schon seit der frühen  Jugend nicht mehr an, weil er meint, dass dieser ihn ohnehin nicht versteht. Für ihn bedeutet verstehen und lieben nämlich dasselbe. Doch ist das nicht der Fall. Die Wunde der Ablehnung zeigt sich typischerweise dadurch, dass er Situationen, in denen er abgelehnt werden könnte, im Vorneherein versucht zu vermeiden: Er kann sich nicht ganz zeigen wie er ist, schaut in Beziehungen bereits vor der Partnerwahl darauf, dass er einen Partner wählt, der bestenfalls die gleiche Wunde hat und es wird eine gegenseitige Abhängigkeit kreiert. Oder er bleibt lieber ganz allein. Ein Mensch, der so eine Seelenwunde hat, neigt dazu, seinen Platz nicht behaupten zu können und hat geringe oder keine Grenzen. Er neigt dazu, sich für einen Partner zu verbiegen und aufzuopfern. Bei Ablehnung zieht er sich zurück und geht in die Flucht. Mit dieser Wunde ist es schwierig, die wahre Berufung zu leben und in der Öffentlichkeit zu stehen.

Seine grösste Angst ist die Panik. Unser Ego tut alles mögliche, unsere Wunden vor uns selbst zu verbergen. Wir haben solche Angst davor, den Schmerz alter Wunden wieder zu erleben, dass wir uns auf keinen Fall eingestehen wollen, dass wir uns abgelehnt fühlen, weil wir uns selbst ablehnen. Die Menschen, welche diese Gefühle am stärksten in uns aufkommen lassen, sollen uns zeigen, wie wenig wir uns selbst respektieren.  Dieser Typ hat nur wenig Appetit, wenn er starke Gefühle durchlebt oder Ängste ihn plagen. Je mehr du unter Ablehnung leidest, desto mehr lehnst du auch dich selbst, andere Personen, bestimmte Situationen oder Projekte ab. Heilt der Betroffene die Wunde und lernt sich selbst anzunehmen, steht er fester in seinem Selbstwert und in seiner Authentizität.

Die Seelenwunde des Verlassenwerdens
Mögliche Gründe für das Verlassenwerden: Die Mutter kümmert sich mehr um ein weiteres Kind, beide Eltern haben wenig Zeit für das Kind, längere Aufenthalte im Krankenhaus oder Krankheitsphasen der Mutter. Diese Seelenwunde ist häufig besonders tief, entsteht meistens in frühster Kindheit. Diese Wunde wird mit dem Elternteil des anderen Geschlechtes ausgelebt. Meistens ist diese Wunde kombiniert mit der Wunde der Ablehnung. Meist fühlten sie sich zuerst vom gleichgeschlechtlichen Elternteil abgelehnt und dann erst  vom anderen in Stich gelassen, bei dem sie sich Unterstützung gegen die Ablehnung erhofft haben. Einer der wichtigsten Bezugspersonen, Mutter, Vater waren plötzlich weg. Die zu frühe Trennung der Mutter als Frühgeburt oder wenn der Vater viel arbeitet, ständig unterwegs ist. Der verlorene Zwilling kann auch ein Thema sein, in der ersten Phase der Schwangerschaft. Ein verlorener Zwilling hinterlässt unglaublich tiefe Spuren. Die Wunde ist so heftig, dass der Betroffene sich die Maske des Abhängigen zugelegt hat, um die Wunde zu überdecken. Er hat das Gefühl, nicht allein mit den Dingen fertig zu werden und auf äussere Unterstützung angewiesen zu sein. Er ist der Charaktertyp, der sich am häufigsten in der Opferrolle wiederfindet. Je mehr ein Mensch in der Opferrolle aufgeht, desto stärker leidet deine Seele an der Wunde des Verlassenwerdens. Opfer fühlen sich jedoch zugleich auch in der Helferrolle wohl.

Dieser Typ neigt dazu, sich von anderen abhängig zu machen, um nicht alleine gelassen zu werden. Er kann nie genug Aufmerksamkeit bekommen. Dahinter verbirgt sich das Bedürfnis, sich wichtig genug zu wähnen, um die Hilfe der anderen zu erhalten. Erhält er Unterstützung von anderen, fühlt er sich geschätzt und geliebt. Trotzdem hört man ihn oft sagen, dass er dies oder jenes nicht aushält. Wie so oft gehört nämlich dieser Typ zu den Menschen, die anderen das zufügen, was sie selbst am meisten fürchten. Er wird oft als faul abgestempelt, da er Dinge nicht gern allein verrichtet. Eine zerrüttete Beziehung erträgt er unglaublich lange, bevor er endgültig Schluss macht. Seine grosse Angst ist ja:“ Was soll nur aus mir werden, wenn ich alleine bin?“ Er ist ungeheuer geschickt darin, Beziehungsprobleme zu übersehen. Er glaubt lieber, alles sei in bester Ordnung.

Seine grösste Angst ist die Einsamkeit, da er Angst hat, allein nicht überleben zu können.  Die Traurigkeit ist das stärkste Gefühl des Abhängigen. Um diese Trostlosigkeit zu meiden, sucht er möglichst schnell Kontakt zu anderen Menschen. Je grösser die Wunde des Verlassenwerdens ist, desto öfter vernachlässigst du auch dich selbst, lässt andere Personen im Stich oder bestimmte Situationen oder Projekte fallen. Heilt der Betroffene die Wunde des Verlassenwerdens, so kann er seine echten Grenzen und sein wahres Ich zeigen.

Die Seelenwunde des Vertrauensbruchs
Mögliche Gründe für den Vertrauensbruch: Starke Bindung des Kindes an das Elternteil des anderen Geschlechts (Ödipuskomplex) und das Gefühl, von diesem Elternteil verraten oder manipuliert worden zu sein. Eine Person, die diese Wunde in sich trägt, legt sich die Maske des Kontrollierenden zu, um diese Wunde nicht zu spüren. Der Körper dieses Typs demonstriert seine Kraft und Macht und scheint auszudrücken:“ Ich bin verantwortungsbewusst. Ihr könnt mir vertrauen.“ Da er jede Form des Vertrauensbruchs zutiefst verabscheut, setzt er alles daran, als verantwortungsbewusste, starke, besondere und wichtige Person zu gelten. Wird er sich bewusst, dass er ein Versprechen nicht gehalten hat, wird er sich umständlichst entschuldigen oder sich einer Lüge bedienen, um sich aus einer Situation zu schwindeln. Er ist der Typ mit den grössten Erwartungen, da er alles vorausplanen und überwachen möchte. Er versucht Konfrontationen zu vermeiden, in denen er die Kontrolle verlieren könnte. Gegenüber Menschen, die er für stärker und schneller hält, zieht er sich zurück, um sich nicht an ihnen messen zu müssen. Er ist oft talentiert und führt Aufgaben rasch aus. Deshalb hat er keine Geduld mit langsameren Menschen. Er neigt dazu ungeduldig, intolerant zu sein, zu lügen, manipulieren und verführen, will seinen Verpflichtungen nachkommen und definiert sich über Leistung, zeigt seine Verletzungen nicht, vertraut sich nur schwer an und ist skeptisch. Kontrollierende Eltern erwarten von ihren Kindern schnelle Arbeit und Auffassungsgabe. Verlaufen die Dinge nicht nach Wunsch, so kann er wütend und aggressiv werden, obwohl er sich keineswegs als aggressiver Mensch versteht. Er sieht sich vielmehr als einen starken Charakter, der sich zu behaupten weiss und sich von anderen nicht zum Narren halten lässt. Er erträgt es nicht, wenn andere ihre Verpflichtungen nicht erfüllen und hasst Verspätungen. Gerät er mit einer Arbeit in den Rückstand, wird er sehr nervös.

Je tiefer die Wunde des Vertrauensbruchs sitzt, desto mehr will er die Dinge kontrollieren und die Zukunft steuern, um jegliche Art von Enttäuschung im voraus auszuschliessen. Er kann Arbeiten nur schwer an andere delegieren und ihnen dabei wirklich vertrauen. Dabei ist er sich keineswegs bewusst, wie wenig er anderen vertraut. Da er sich selbst für verantwortungsbewusst und fleissig hält, kann er die „Faulheit“ anderer nicht ertragen. Es macht ihn wahnsinnig, anderen beim Nichtstun zuzusehen. Seine Verletztlichkeit zeigt er nicht, da andere diese Schwachstelle ausnutzen könnten. Wo es nur geht, will er als tapfer, mutig und stark angesehen werden. Er legt grossen Wert auf seinen guten Ruf. Tut oder sagt jemand etwas, was dieses Ansehen in Mitleidenschaft ziehen könnte, so erlebt er dies als Hochverrat. Er versucht, alles im Griff zu haben, vor allem die Gefühlswelt.

Die grösste Angst ist die Angst vor Trennung und Verleugnung. Er ist der Typ, der am schwierigsten mit einer Scheidung fertig wird. Für ihn bedeutet sie eine schwere Niederlage. Verschuldet er sie selbst, meint er den anderen zu verraten und fürchtet, von all seinen Bekannten als Verräter hingestellt zu werden. Drängt der andere auf eine Trennung, so verrät dieser ihn natürlich dadurch. Doch erleben gerade diese Menschen die meisten Trennungen und Scheidungen. Haben sie Angst davor, sich zu fest zu binden, dann sicher auch deshalb, weil sie besonders eine mögliche Trennung fürchten. Deshalb gehen sie oft auch Beziehungen mit Partnern ein, die bereits gebunden sind. Dadurch gelingt es ihnen ausgezeichnet, sich und der Welt zu verbergen, dass eigentlich sie selbst Angst vor zu engen Beziehungen haben. Jede Form der Trennung erfährt der Kontrollierende als innere Zerreissprobe. Praktisch alle Kontrollierenden leiden auch an der Wunde des Verlassenwerdens. Für die Heilung bedarf es eines Menschen, der ihm so viel bedeutet, dass er sich auf Dauer nicht gegen die Gefühle stellen kann.

Die Seelenwunde der Demütigung
Mögliche Gründe für die Demütigung: Die Eltern schämen sich dafür, dass das Kind so schmutzig ist oder etwas Schlimmes angestellt hat. Hier hat der Betroffene Dinge erlebt, bei denen er sich gedemütigt, erniedrigt oder blossgestellt gefühlt hat. Diese Wunde wird meinst mit der Mutter erlebt und ist die Seelenwunde, die von den Betroffenen am schwersten zu erkennen ist. Das gedemütigte Kind ist geprägt vom Gefühl der Schande. Es kann es den Eltern „nicht recht“ machen, wird ausgeschimpft, in einem abwertenden Ton zurechtgewiesen oder geschlagen. Als Schutz legt er sich bald die Maske des Unterwürfigen zu. In dieser Maske schämt er sich für sich selbst und für Angehörige, hält sich für schmutzig und unterlegen. Er versucht ein würdiges Auftreten zu haben, da er meint, es nicht wert zu sein, geliebt oder geachtet zu werden. Dieser Typ will Charakterstärke zeigen und beweisen, dass er von niemandem kontrolliert wird. Er kann gute Leistungen vollbringen, indem er sich viel Arbeit auflädt. Dazu braucht er einen starken Rücken, um sich all die Last aufbürden zu können. Er versucht sich nützlich zu machen, wo es nur geht. Er stellt aber eigene Bedürfnisse immer weiter zurück, denn solange er anderen hilft, hat er das Gefühl, sich nicht schämen zu müssen, doch fühlt er sich dabei oft ausgenützt. Wird ihm gekündigt, so sagt er in etwa: „Nach all den Jahren treuer Dienste schmeisst man mich raus vor die Tür wie eine Mülltonne.“

Er merkt nicht, dass er seine Mitmenschen seinerseits herabwürdigt, indem er versucht, ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie ohne ihn nicht zurechtkämen. Als Kind gaben ihm seine Eltern oft zu verstehen, dass Familienangelegenheiten niemand etwas angehen. So musste er alles für sich behalten. Er ist empfindlich und gibt sich deshalb sehr Mühe, andere nicht zu verletzen. Sobald er merkt, dass eine ihm nahestehende Person unglücklich ist, fühlt er sich dafür verantwortlich. Er merkt dabei nicht, dass er bei all der Aufmerksamkeit, die er den Gefühlen seiner Mitmenschen schenkt, seine eigenen völlig vernachlässigt. Er fügt sich selbst Leid zu, indem er nicht auf sich selbst hört. Freiheit bedeutet ihm viel. Gerade als Kind fühlte er sich alles andere als frei.

Seine grösste Angst ist jedoch die Angst vor der Freiheit, die mit Schrankenlosigkeit gleichgesetzt wird, weshalb er sich selbst Zwänge auferlegt, um nicht über die Stränge zu schlagen. Er stellt sich unbewusst die Weichen für seine Unfreiheit. Vielleicht fühlt er sich nicht mehr wohl zu Hause, da seine Frau über alles wacht. So schafft er sich zwei oder drei zusätzliche Verpflichtungen am Abend, um dieser Situation zu entkommen. Er meint sich dadurch von seinem Job befreit zu haben, hat aber noch weniger Zeit für sich und seine Kinder als vorher. Versucht er sich aus einer Situation zu befreien, so ersetzt er dir aktuellen Zwänge oft nur durch andere. So schafft er sich Verpflichtungen in seinem täglichen Leben, die seinem Wesen überhaupt nicht entsprechen. Diese Menschen haben ein ausgeprägtes Pflichtgefühl, neigen dazu, alles kontrollieren zu wollen, um einer möglichen Demütigung zu entgehen. Er bemuttert andere, nicht unbedingt aus Liebe, sondern um sich wertvoll zu machen und auch hier die Kontrolle zu haben. Er erlaubt sich nicht in die Gefühlswelt abzutauchen, dazu ist er zu sehr mit seinem Verstand beschäftigt. Je mehr du an Demütigung leidest, desto mehr demütigst du auch dich selbst oder andere Personen, indem du dich für sie schämst oder sie bevormundest.

Die Seelenwunde der Ungerechtigkeit
Mögliche Gründe für das Gefühl, ungerecht behandelt worden zu sein: Kinder leiden an der Autorität, Kritik, Strenge, Intoleranz, Gefühlskälte oder Angepasstheit des gleichgeschlechtlichen Elternteils. Er hat das Gefühl nicht geachtet zu werden oder nicht das zu bekommen, was ihm zusteht. Als Maske legt er sich die Maske der Starrheit zu. Natürlich bedeutet das Verdrängen von Gefühlen keineswegs, keine mehr zu empfinden. Ganz im Gegenteil, solche Menschen sind sehr sensibel, doch versuchen sie diese Feinfühligkeit mit allen Mitteln vor sich selbst und den anderen zu verbergen. Sie tun so, als könnte nichts sie berühren. Deshalb scheinen sie auch kalt und gefühllos zu sein. Der Starre sucht Recht und Gerechtigkeit um jeden Preis. Sein Perfektionismus soll ihm dabei helfen, immer im Recht zu sein. Er ist  davon überzeugt, richtig zu handeln, wenn er perfekt ist. Schon sehr früh hat er den Eindruck, man schätze ihn mehr für das, was er tut, als für das, was er eigentlich ist. Davon ist er fest überzeugt, auch wenn dies keineswegs der Wahrheit entspricht. Er ist sehr leistungsstark und verlangt so viel von sich selbst, dass auch die anderen viel von ihm erwarten. Er meint sich ständig nützlich machen zu müssen, nimmt sich wenig Zeit für sich selbst, fühlen sich schuldig wenn andere arbeiten, denn das halten sie für ungerecht. Da er immer nach Recht strebt, will er sichergehen, dass ihm alles, was er erhält, auch wirklich zusteht.

Er neigt mehr als andere dazu, dogmatisch zu sein, da das Gute und das Böse, das Richtige und das Falsche grundlegende Werte seines Lebens darstellen. Er hat Angst davor, etwas falsch zu machen und will alles richtig und perfekt machen. Dabei entgeht es ihm völlig, dass er sich selbst gegenüber ungerecht ist, da er viel zu viel von sich verlangt. Ihre Angst vor Fehlern konfrontiert sie häufig mit Situationen, in denen sie Entscheidungen treffen müssen. Sie zögern z.B. lange, bevor sie sich etwas kaufen. Haben sie sich dann zum Kauf entschieden, machen sie sich Vorwürfe und es plagen ihn nach seiner Wahl Zweifel. Er fragt sich ständig, ob seine Entschlüsse in jeder Hinsicht gut für ihn waren. Da er will, dass alles perfekt ist, bittet er nur selten andere um Hilfe. Er ist ein typisches Opfer von Burnout oder beruflicher Erschöpfung. Er respektiert seine eigenen Grenzen nicht, gibt Probleme ungern zu, ist selten krank und hart mit seinem Körper. Es kann sehr diszipliniert sein und imstande sein, eine strenge Diät durchzuhalten. Immer wenn er auch nur ansatzweise mit den Schmerzen in Kontakt kommt, die er mit Ungerechtigkeit erlebt hat, fährt er sofort die Maske der Starrheit hoch und unterdrückt jegliches Gefühl.

Seine grösste Angst ist die Angst vor Gefühlskälte. So kann er weder seine eigene noch die Gefühlskälte seiner Mitmenschen akzeptieren. Er hält sich selbst für warmherzig und ist sich nicht bewusst, dass er einen gefühlskalten Eindruck bei anderen hinterlässt. Er kann sich diese Kälte nicht eingestehen, da er sie für herzlos und somit für ungerecht halten würde. Deshalb will er von anderen unbedingt hören, dass er ein guter Mensch ist, der Gutes tut und gütig ist. Verhält sich jemand kühl ihm gegenüber, so fragt er sich sofort, was er falsch gemacht haben könnte.

Wie wir unsere Seelenwunden heilen
Ziel ist diese Verletzungen zu heilen und zu unserem wahren Selbst zurückzufinden. Es braucht jedoch Mut und Reife, um sich den Lernaufgaben zu stellen und diese tiefen Wunden zu heilen. Nur starke, reife Seelen beginnen zu erkennen, dass es ein sinnloses Spiel ist, das das Ego mit uns spielt. Sie beginnen zu erwachen und fangen an, sich den Schmerzen zu stellen, die sich auf dem Weg zum wahren Selbst zeigen.

Der erste Schritt zur Heilung einer Seelenwunde besteht darin, sie zu ERKENNEN und zu AKZEPTIEREN, was aber nicht heissen muss, mit ihr einverstanden zu sein. Vielleicht kannst du auch beobachten, dass wir uns zunächst im Leben von Menschen angezogen fühlen, die so sind wie wir und an denselben Wunden leiden. So fällt es uns leichter, uns selbst anzuerkennen. Nach einer Weile sehen wir jedoch die Fehler der anderen und können sie nicht mehr so akzeptieren, wie sie sind. Wir versuchen sie zu ändern, ohne uns jedoch im klaren darüber zu sein, dass wir gerade die Seiten der anderen ablehnen, die wir am wenigsten an uns selber wahrhaben wollen. Später im Leben treffen wir dann meist noch auf Menschen oder Situationen, die uns unsere Seelenwunden 1:1 spiegeln und allen Schmerz unserer Seelenwunden aus uns hervorholen, was sehr herausfordernd ist, uns aber in die Heilung unserer Seelenwunden führt.

Woran erkennen wir, dass unsere Seelenwunden heilen? Ganz einfach: Wenn die damit zusammenhängenden Ängste nicht mehr unser Leben bestimmen. Die Wunde der Ablehnung und die Angst vor der Panik heilt, wenn wir uns das Bedürfnis zugestehen, existieren zu dürfen. Die Wunde des Verlassenwerdens und die Angst vor der Einsamkeit heilt, wenn wir uns das Bedürfnis zugestehen, in unsere Kraft zu gehen. Die Wunde der Demütigung und die Angst vor der Freiheit heilt, wenn wir uns das Bedürfnis zugestehen, sinnlich zu sein und geniessen zu dürfen. Die Wunde des Vertrauensbruchs und die Angst vor der Trennung heilt, wenn wir uns das Bedürfnis zugestehen, verletzbar zu sein. Die Wunde der Ungerechtigkeit und die Angst vor der Gefühlskälte heilt, wenn wir uns das Bedürfnis zugestehen, Grenzen zu setzen.

Deine Seelenwunden zu kennen ist eine Sache. Sie auch zu überwinden eine andere. Ergreife deine Chance und melde dich bei mir für ein kostenloses Info-Gespräch, in dem ich dir zuhöre und dir aufzeigen kann, wie dein Weg zur Heilung aussehen kann.

Herzliche Grüsse

Sara

 

 

Quelle: Lise Bourbeau, Die 5 Seelenwunden

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